Pressemitteilung November 2017

Liebe Mitglieder,

 

unsere Jahreshauptversammlung am 17.03.2020, wird aufgrund der aktuellen Situation bezgl. des Corona-Virus verschoben. Sobald sich die Situation entspannt hat, werden wir einen neuen Termin bekanntgeben.  

 

Wir bitten um Verständnis.

 

Keine Windräder auf der Büchenbronner Höhe /Das beliebte Landschaftsschutzgebiet bleibt erhalten

 

Anstatt der über 100 Meter langen Rotoren von zwei – rund 200 Meter hohen Windkraftanlagen – werden zukünftig über der „Büchenbronner Höhe“ weiterhin nur die Rotmilane ihre Kreise ziehen

Seitens der NABU Ortsgruppe Engelsbrand ist man sehr froh über die Ablehnung des Immissionsschutzantrags für den Bau von Windrädern auf der „Büchenbronner Höhe“. „Durch das Zurückziehen des Antrags des Projektierers JUWI konnte letztlich ein für die Region sehr wertvolles Landschaftsschutzgebiet erhalten bleiben“, so Bernd Clauss, Vorsitzender der NABU Ortsgruppe Engelsbrand e.V.

Über jährlich tausend Stunden ehrenamtlichen Engagements in nunmehr vier Jahren seitens des Vereins haben sich also gelohnt. Dazu kommt ein erheblicher finanzieller Aufwand im hohen fünfstelligen Bereich für Rechtsanwälte und vereidigte Gutachter, der für das Richtigstellen falscher und unvollständiger Gutachten aufgewendet werden musste. Auch in dieser Hinsicht ein Kampf David gegen Goliath, da die finanziellen Mittel nicht vom Landes- oder Bundesverband bereitgestellt wurden.

Die Entscheidung, den Antrag zurückzuziehen, traf JUWI nicht freiwillig. Die vom NABU alleinig erarbeiteten und verfassten Dokumentationen zur Gefährdung gesetzlich streng geschützter und windkraftsensibler Vogelarten, insbesondere des Rotmilans, des  Wespenbussards  sowie des Baumfalken, waren ursächlich der Anlass für die in diesem Frühjahr angekündigte Ablehnung des Bauantrags durch die Behörde. JUWI kam dieser Entscheidung zuvor und zog jetzt den Antrag zurück.

Gut für die Rotmilane sowie für die übrige Tier- und Pflanzenwelt im Landschaftsschutzgebiet „Büchenbronner Höhe“. Aber auch für viele Menschen aus Pforzheim, Büchenbronn und den umliegenden Orten, die das beliebte Naherholungsgebiet mit seinen ausgedehnten Waldflächen und Streuobstwiesen vor der eigenen Haustüre sehr zu schätzen wissen.

Bernd Clauss ist sich sicher: „Wenn sich die NABU Ortsgruppe Engelsbrand nicht so vehement in der Sache engagiert hätte, dann gäbe es das beliebte Landschaftsschutzgebiet auf der Büchenbronner Höhe  in seiner Ursprünglichkeit nicht mehr“. Bestätigt wird diese Erkenntnis durch die Untersuchung über die Richtigkeit von einer Vielzahl sogenannter artenschutzrechtlichen Gutachten, die bereits zu einer Genehmigung zur Erstellung von Windkraftanlagen in 2016 führten. Diese Untersuchung wurde in 2017 von den drei großen Natur-u. Umweltschutzverbänden in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war niederschmetternd: Sämtliche Gutachten erfüllten lediglich deutlich unter 50% der rechtlichen Vorgaben der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, die für eine artenschutzrechtliche Untersuchung notwendig sind.

Besten Dank an die untere Naturschutzbehörde der Stadt Pforzheim, sowie alle im Genehmigungsverfahren Beteiligten, die Ihre Beurteilung sachlich und korrekt vollzogen.

Die geplanten Windkraftanlagen hätten den Naherholungswert auf der „Büchenbronner Höhe“ schwer geschädigt und die Anwohner großen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Ärgerlich sind für die Vereinsmitglieder nach wie vor die Rodungen, die auf dem Gebiet stattgefunden haben. Voreilig wurden 2 Hektar Wald zerstört, ohne dass hierfür die notwendigen rechtlichen Grundlagen von der Stadt Pforzheim zuvor geschaffen werden konnten.

Die derzeitige Situation hat auch Auswirkungen auf die aktuell anstehende „Teilflächennutzungsplanung Wind“ der Gemeinde Engelsbrand. Denn natürlich machen die Rotmilane an Pforzheims Stadtgrenze nicht Halt. Das festgestellte und anerkannte Rotmilan-Dichtezentrum erstreckt sich über Gemeindegrenzen hinweg. Die Einarbeitung der Erkenntnisse der NABU Ortsgruppe Engelsbrand in das laufende Verfahren zum Teilflächennutzungsplan muss zum Ausschluss der Potentialfläche „Sauberg“ auf Engelsbrander Gemarkung führen. Die Stadt Neuenbürg hat als ausführendes Organ der Verwaltungsgemeinschaft Neuenbürg/Engelsbrand den rechtlichen Auftrag den Stand der Planung an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Das muss geschehen, um den naturschutzrechtlichen Belangen voll umfänglich zu genügen.

 

NABU Ortsgruppe Engelsbrand e.V.

 

Bernd Clauss

1.     Vorsitzender

clauss@nabu-engelsbr.de

www.nabu-engelsbrand.de

Spendenkonto:

Sparkasse Pforzheim Calw, IBAN: DE56 6665 0085 0008 9257 12

 

Fischadler in Engelsbrand

Eine echte Sensation! In Engelsbrand wurde am 8.7.2016 ein Fischadler gesichtet und konnte fotografiert werden. Er kreiste über einer Freifläche im Wald, die für projektierte Windkraftanlagen gerodet worden ist.

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